4. February 2012

Spickzettel 2.0

Eigentlich wollte ich mich nur darüber amüsieren, wie die Engländer mit der Wembleyschlappe umgehen, dabei bin ich im Telegraph auf was interessantes gestoßen. Ich dachte ja meine Mitschüler und ich wären während unserer Schulzeit äußerst kreativ gewesen, wenn es darum ging den Lehrern ein Schnäppchen zu schlagen. In Sachen Spickzettel konnte uns wirklich niemand was vormachen. Meistens brauchte man den kreativen Auswuchs hinterhältigster Schummeltechnik eh nicht zu benutzen, weil sich der Stoff beim Ertüffteln unentdeckbarer Spickmethoden fest in das Hirn gebrannt hatte. Dennoch fühlte man sich ein bisschen wie James Bond wenn man wieder eine neue unknackbare Methode im Feldversuch erprobt hatte. Doch was früher Schummeln hieß wird heutzutage Cheaten genannt, entstammt wirklich der Geheimdiensttechnik und hat so gar nichts mehr mit dem geradezu verstaubt anmutenden Spickzettel zu tun. Ok, wir haben in den letzten Jahren einen enormen technischen Sprung gemacht, und wenn man heute bequem eine mündliche Prüfung mit einem digitalen Aufnahmegerät oder einem empfangsbereiten Handy in der Schultasche abhören konnte, mussten wir noch mühsam mit selbst gelöteten Wanzen im Dunkeln operieren. Aber die neueste Generation der operativen Cheattechnik stellt alles bisher da gewesene in den Schatten: Minisender im Ohr, die von Außen nicht zu erkennen sind halten Einzug in die Klassenräume dieser Welt Angeboten werden die Mikroempfänger ganz legal von Firmen wie edimaeg oder ExamEar (kein Link!), die auch noch frech mit Slogans wie “helping students succeed. Worldwide!??? für ihre Agenten-Technologie werben. Wo bleibt da der Anstand beim Schummeln? Auch wenn die Seite von ExamEar vom Netz genommen wurde, findet man noch im Google Cache genügend Informationen. So bietet ExamEar 3 unterschiedliche Modelle an, mit denen Informationen entweder über MP3-Files abspielen kann, oder sich aber richtige Antworten per Handy einflüstern lassen kann. Bei einer batteriebetriebenen Leistung von 240 Minuten, könnte so manche Prüfung gemeistert werden, ohne auch nur einmal in die Vorbereitungsunterlagen schauen zu müssen. Die Technologie hat sicherlich bei Security Leuten, im Barbetrieb oder auf der Showbühne ihre Daseinsberechtigung. In Schule oder Unis hingegen sollte James Bond nicht zur Tagesordnung gehören. Jean Underwood, Professorin an der Nottingham Trent University sieht sich schon Abwehmaßnahmen in den Hörsälen installieren, um den potentiellen Schummlern ein Ende zu setzten. Unsere Schüler kriegen schon genug von der Technik vorgekaut, man denke nur an das Zusammenkopieren der Hausaufgaben mit Hilfe des Internets. Etwas Kreativität hat noch niemandem geschadet.

Hier mal meine Top 10: Die besten Spickzettel meiner Schulzeit

1) Wem die Stunde schlägt: Wer eine Armbanduhr trägt kann diesen Trick leicht anwenden: Die Uhr wird mit Folie beklebt und dann in kleinen Buchstaben beschriftet. Je nach Größe des Ziffernblattes bringt man schon einige Formeln darauf, dennoch ist der Platz eher begrenzt. Positiver Nebeneffekt: ständiges auf die Uhrschauen kann den Eindruck vermitteln, in der übrig gebliebenen Zeit noch einiges zu sagen zu haben!

2) Bier gewinnt- Mein Favorite: Auf einen Bierdeckel passen ordentlich Informationen, und mit einer Reißzwecke lässt er sich bequem von unten an der Tischplatte befestigen. Im Falle eines Informationsdefizits lässt er sich einfach ausklappen und auch schnell wieder verstecken. Positiver Nebeneffekt: Das obligatorische Bier nach der Klausur bekommt keine kalten Füße.

3) Wer hast erfunden? Zu meiner Zeit durfte während Klausuren nicht gegessen werden – was aber ist im Falle einer Erkältung? Bonbonpapierchen bieten portionsweise Platz für einen Haufen Informationen. Wichtig ist zu wissen auf welchem Bonbon was steht! Extra Tipp:Ganz vorsichtige stecken sich ein paar jungfräuliche Bonbonpapierchen in die Hosentasche, die im Verdachtsfall vorgezeigt werden können.

4) Geheimtinte: In Zeiten „falscher Fuffzer” kommt eine altbewährte Methode wieder in Mode. Mit den Teststiften für Falschgeld lassen sich prima ganze Romane auf Schmierpapier schreiben. Heutzutage gibt es Kugelschreiber die eher einem schweizer Taschenmesser ähneln als einem Schreibgerät. Einen Kugelschreiber mit integriertem UV-Licht zu bekommen ist also ein Kinderspiel. Vorsicht: nicht die mit Geheimtinte beschrifteten Blätter mit abgeben, sondern schön entsorgen – man weiss ja nie. Wer sicher gehen will, beschriftet die eigene Kleidung

5) Gutenbergs Rache: Buch macht kluch – lautete ein Werbespruch. Eben! Besonders die dicken Schinken wie Synonymwörterbuch, Stowasser, Weltatlas etc bieten im Falz massig Platz um kleine Spickzettel zu verstecken. Wer vor der Klausur Zugriff auf die Schinken hat, kann auch mit Bleistift prima Informationen auf weniger beschriebenen Seiten unterbringen. Im Falle einer Kontrolle geht die Chance erwischt zu werden gegen Null. Hoffentlich.

6) Ladies only: Die Ladies dieser Klassenräume haben den Vorteil, allerhand unter ihren Röcken verstecken zu können – auch Spickzettel. Einfach verkehrt herum an den Rocksaum genäht, lässt sich blendend vom eigenen Rockzipfel schreiben. Wer nicht nähen kann, kann übrigens auch den Spickzettel auch einfach unter der Strumpfhose platzieren. Großer Vorteil: Mädchen geraten eh nicht so oft in den Verdacht zu spicken, und wenn: ihr könnt Euch sicher sein, dass kein Lehrer nachschauen wird.

7) Emanzipation Emanzipation gilt heutzutage in vielen Fällen auch anders herum. Und da sich aberHerrenröcke in Kontinentaleuropa noch nicht wirklich durchgesetzt haben, können die Herren der Schöpfung ihre Spickzettel auch einfach in den Saum des Pullis nähen. Hierbei ist darauf zu achten auch wirklich einen dicken Pullover zu wählen – bei T-Shirts kann man unter Umständen die Naht sehen

8) Relief-Relieve: oder die ostfriesische Flagge. Am besten funktionierte dieser Trick mit der alten Schreibmaschinen meines Vater, aber auch ein herkömmlicher Drucker tut seinen Dienst. Einfach das Farbband entfernen und munter drauf los tippen. Für den einen ist es ein weisses Papier, für den anderen der längste Spickzettel der Welt, denn die Schrift lässt sich auch ohne Farbe prima lesen Einfach mit in die Klausur nehmen und nach dem richtigen Einfallswinkel des Lichts suchen – Der Lehrer wird eine göttliche Eingebung vermuten.

9) Camouflage-Spicker: Riskant aber sehr ergiebig: Die Informationen die Dir einfach nicht ins Hirn wollen einfach per PC auf eine bedruckbare Klarsichtfolie drucken. Eine hellgraue Schrift setzt sich noch gut von Tisch und/oder Schreibblock ab, ist im Vorbeigehen aber schwer zu erkennen. Du musst dir bei dieser Methode natürlich sehr sicher sein, denn ein Verstecken im Verdachtsfall ist fast unmöglich.

10) Safe-Shot: Die Königsdisziplin der Spickzettel. Eigentlich ist der Safe-Shot gar kein Spickzettel sondern deine perfekt vorbereitete Klausur. Du musst Deinen Lehrer natürlich gut kennen und einschätzen können, aber wer seit Jahren Stunde für Stunde den gleichen Stoff behandelt, jeden Montag die gleiche Jeans trägt und sich die Witze der Schulstunde in seinen Unterlagen notiert, wird wohl auch in einer Klausur die gleichen Fragen des Vorjahres stellen. Munkelt man ;-)

Disclaimer: Schummeln schadet Ihrer Gesundheit, oder zumindest der Versetzung, wie sich hier nachlesen lässt. Ich distanziere mich von jden hier vorgestellten Täuschungsversuche und empfehle aber jedem, sich kreative Spickzettel auszudenken, um mit Hilfe der Assoziationsmethode bessere Lernerfolge zu erzielen.

WG Zimmer gesucht: Die Reportage

Jeder von Euch der sich schon mal auf die Suche nach einem WG Zimmer gemacht hat, kennt das Abenteuer auf das er sich da einlässt. Meist bist Du in einer neuen, unbekannten Stadt unterwegs, findest Dich nicht zurecht und kennst niemanden. Eine Berliner Produktionsfirma nimmt sich nun genau dieses Abenteuers an und begleitet DICH auf deiner spannenden Suche nach einem Dach über dem Kopf. Wenn Du gerade mit dem Studieren anfängst und Ausschau nach Deiner ersten eigenen Wohnung hälst, dann bist Du genau Du gemeint! Ob per Internet, oder auf gut Glück, althergebracht über Zeitungsannoncen oder vielleicht mit Vitamin-B: Du wirst der Hauptdarsteller einer Reportage und ganz wie es sich für einen Hauptdarsteller geziemt, wird deine Suche nach deiner ersten WG von einem Kamerateam dokumentiert. Du bist nicht kamerascheu, hattest aber keine Lust Dich bei DSDS bis auf die Knochen zu blamieren? Dann ist hier die Chance dich in Deiner neuen Stadt gleich gebührend bekannt zu machen ;-)

Kontakt:

Simone Helminski
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Interrail der Lüfte: All you can fly

Das Interrailticket der Bahn ist eine feine Sache. Kreuz und quer durch Europa für wenig Geld den halben Kontinent sehen. Wenn dabei nicht so viel Zeit mit Zugfahren drauf gehen würde. Das haben sich wohl auch die Marketingverantwortlichen des Billigfliegers TUIfly gedacht und ein Konkurrenzprodukt zum Etablierten Interrail der Bahn heraus gebracht. Ab Mitte August können Schüler, Studenten und Azubis bis 27 Jahre bequem im Flieger Europa erkunden.
Das Angebot ist sogar mit 199 Euro billiger als das Interrail-Ticket der Bahn, natarlich ist man auch nicht so flexibel, alleine schon weil nicht jeder Flughafen angeflogen wird und auch nicht jede schöne Urlaubsstadt einen Flughafen ihr Eigen nennen kann. Dennoch erwartet sich TUIfly mit dem Angebot die mangelnde Auslastung der hauseigenen Flotte verbessern zu können. All you can fly kann vom 14. August bis zum 31. August auf der TUIfly-Homepage gebucht werden.

Die Exmatrikulationsfalle

Der Streit um Studiengebühren zieht sich nun schon eine Weile hin, nun drohen Konsequenzen: an der Universität Hamburg droht knapp 2000 Studenten die Exmatrikulation aufgrund versäumter Semesterzahlungen. Der Uni-Präsidentin sind die Hände gebunden, sie hat den Verweigerern eine letzte 14-tägige Frist eingeräumt, ihre „Schulden” zu begleichen, anderenfalls drohe unweigerlich die Exmatrikulation. Dies wirft natürlich wieder Frage nach einem sensiblem Umgang mit Studiengebühren auf. Zum einen erwarten die, die bereits gezahlt haben eine Verbesserung ihrer Studienbedingungen, zum anderen sind für eine sofortige Wiedereinschreibung nach der Zwangsimmatrikulation alle Fristen bereits abgelaufen. Die hätte natürlich eine erhebliche Gefährdung der universitären Karriere einiger Betroffener zur Folge, was auch nicht im Sinne der Universität liegen kann. Einige Unis versuchen den kreativen Umgang mit den Studiengebühren, so hat zum Beispiel ICEUS-Studiengang der Hochschule Fulda den besten 10% seiner Studenten die Studiengebühren erlassen

Auslandsstudium in Spanien

Laut einer Meldung der europäischen Kommission in Berlin ist Spanien unter europäischen Studenten das beliebteste Land für ein Auslandsstudium. Dabei fallen jedes Jahr bis zu 25 000 wissbegierige und partywütige Studenten in der iberischen Halbinsel ein. Am besten kommen die Möglichkeiten von Auslandsemestern bei den Franzosen an, die mit bisher 217 000 Teilnehmern am Erasmus-Programm die Spitzenposition inne haben, knapp gefolgt von den deutschen mit 216 000 Austauschstudenten. Ob die Spanier vor den vielen Austauschstudenten flüchten, oder einfach nur selber kulturell offen sind und gerne reisen konnte von der Redaktion leider nicht heraus gefunden werden, aber fest steht: sie erhalten mit 191 000 bisherigen Teilnehmern am Programm die Bronzemedaille