17. May 2012

Wohnungsnot in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist ein sehr beliebtes Bundesland bei Studenten, denn die jährliche Wohnungsnot unter Studenten in diesem Bundesland war nach Aussage des Heidelberger Studentenwerks „so schlimm wie nie“. Insbesondere in den Regionen Heidelberg, Karlsruhe, Tübingen und Stuttgart trifft es Studis besonders hart , auch wenn die Lage sich zwar langsam entschärft, mitunter wegen dem geplanten Bau neuer Wohnheime, kommen trotz Allem beispielsweise in Heidelberg 3000 Bewerber auf 850 Wohnheimplätze und in den anderen Krisengebieten sieht es ähnlich aus. Karlsruhe wälzt dieses Problem einfach auf den privaten Sektor ab und so greifen Studenten oft auf örtliche Jugendherbergen zurück, da die nächsten freien und bezahlbaren Wohnungen mit „zu zeitintensivem Pendeln“ verbunden wären. Diesen Trend verfolgen die meisten Studentenstädte in Baden-Württemberg und nennen die Situation entschärft, obwohl z.B. in Ulm immer noch 400 Studis quasi auf der Straße sitzen. Meiner Meinung ist dieses Debakel sehr bezeichnend, da man so wieder sieht, dass das komplette Hochschulbildungssystem total überlastet ist und dem ansteigenden Ansturm der Studenten nicht nur in den Hörsälen und Seminaren nicht mehr gewachsen ist. Auch finde ich das Abwiegeln der Städte selbst „man habe die Situation unter Kontrolle und alles würde gut“ typisch, da man die zusätzlichen Einnahmen aus Studiengebühren bestimmt gerne sieht, nur scheinbar nicht zu dem eigentlichen Zweck, der Entlastung des Hochschulsystems nutzen will, denn das Wohnungsproblem besteht nicht erst seit gestern und einige der Krisenstädte geben an schon schlimmere Jahre als dieses erlebt zu haben. Natürlich gibt es noch Wohnungen in den ländlichen Gebieten um die Studentenstädte, doch ist dieser Mehraufwand durch das bereits erwähnte Pendeln meiner Meinung nach nicht tragbar, da so Dank der verkürzten Studiengänge mit gleichem Pensum wertvolle Zeit drauf geht. Gerade in Städte, wo der Wohnraum knapp ist scheint eine Studenten WG eine gute Alternative zu sein

Datenleck in Göttingen

Aufgrund einer Panne an der Universität Göttingen waren für einen längeren Zeitraum die Datensätze von 26000 Studenten im Netz für jedermann verfügbar. Dabei handelte es sich aber nicht persönliche Daten oder Passwörter sondern laut Marietta Fuhrmann-Kock, Pressesprecherin der Uni Göttingen, nur um die Vor- und Nachnamen der Studenten.
Ich finde den Vorfall somit nicht wirklich tragisch, da sich alleine aus Vor- und Nachnamen nicht unbedingt wichtige Daten ableiten lassen. Selbst wenn man die studentische E-Mail Adresse, die ja immer nach einem bestimmten Muster aufgebaut ist, so zusammensetzen könnte.
Auf jeden Fall hat die Universität Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen und eine weitere Firewall installiert. Die effektivste Datenschutz-Methode wäre jedoch wohl eine Aufklärung der Studenten, denn viele Studenten gehen schon von alleine sehr leichtfertig mit Ihren Daten um. Wie man anhand von Yasni, Facebook, Lokalisten etc ganz einfach überprüfen kann, finden sich auch ohne Datenpannen schon genügend Informationen über Studenten im Netz, und umfassen neben Vor und Nachnamen oft auch Bücherwünsche, Hobbies, Freunde und bei ein paar ganz unverbesserlichen Studi-VZ-Gruppen-Aktiven sogar die sexuellen Vorlieben.

Eine umfassende Liste von Namen einer bestimmten Uni findet man übrigens ganz einfach bei StudiVZ’s Supersuche: Deshalb unter “Meine Privatsphäre” alles soweit wie gewünscht einschränken…

Wiesbaden lockt Studenten

Letztens berichtete ich über die drohende Steuer für Studenten auf ihren Zweitwohnsitz, da den Gemeinden und Städten viel Geld durch die Lappen geht, wenn Studis nicht ihren Erstwohnsitz in ihrer Studentenstadt anmelden. Doch auch von Städten, die statt mit der zu Peitsche drohen mit dem Zuckerbrot locken, sprich Vergünstigungen und Belohnungen bei Verlagerung des Erstwohnsitzes vergeben, hatte ich in diesem Zuge berichtet und nun ist die hessische Stadt Wiesbaden auch auf diesen Zug aufgesprungen. Ein jeder Student, der seinen Wohnsitz auch direkt in die Landshauptstadt Hessens verlagert, bekommt ab dem Sommersemester 2009 nicht nur ein Begrüßungsgeschenk von 100 Euro sondern auch Gutscheine für das Caligari Theater und diverse Schwimmbäder. Diese Aktion soll unter Anderem auch auf die Attraktivität aufmerksam machen, die Wiesbaden als Studentenstadt zu bieten hat. So gibt es in der hessischen Landeshauptstadt neben einer Verwaltungsfachhochschule, der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und der Ebs auch noch die FH Wiesbaden, welche Studieninteressenten der Bereiche Architektur, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Design, Medien, Sozialwesen etc., ein interessantes Angebot bietet. Zudem haben auch Azubis, die wegen ihrer Ausbildung ihren Erstwohnsitz nach Wiesbaden verlegt haben, das Recht auf dieses mit Geschenken gespickte Informationspaket. Also, wenn ihr noch unentschlossen seid, wo ihr im Sommersemester euer Studium aufnehmen wollt, könnte Wiesbaden nicht nur wegen dieses „verlockenden” Begrüßungsgeschenks eine mögliche Alternative sein.

BaföG vs. Life Long Learning

Dass Studiengänge zu Hauf auf das Bachelor und Master System umgestellt werden erlebt oder hat jeder Studi vielleicht sogar am eigenen Leibe erlebt. Zweck dieses Ganzen ist die Angleichung der europäischen Hochschulsysteme für größere Mobilität unter Studenten und Fachkräften, um so den ungehemmten Austausch qualifizierter Arbeitskräfte innerhalb Europas zu fördern. Zudem soll das zweistufige System dazu dienen, den Berufseinstieg direkt nach dem Bachelor zu ermöglichen, also ähnlich wie in den USA und früher als gewöhnlich. Will man jedoch noch seinen Master, der mit Magister und Diplom vergleichbar ist, oben drauf setzen und finanziert sich sein Studium mit BaföG, wird sich in Zukunft sputen müssen, da die Altersgrenze des BaföGs bei 30 liegt. Aus diesem Grunde kritisieren sowohl die SPD und die Grünen, als auch der Stiftverband für Wirtschaft das Förderungssystem der BRD und erklären es als veraltet. Als Grund wird die Unvereinbarkeit mit dem zukünftigen Bildungssystem, wird das Konzept des Life Long Learning genannt, welches eines der Ziele des Bologna Prozesses verkörpert. Life Long Learning steht nicht nur für ständige Weiterbildung, sondern auch für ein Punktesystem nach dem alle angeeigneten Qualifikationen bewertet werden, sei es nun ein Studium, eine Ausbildung oder Weiterbildung oder ganz einfach Berufserfahrung und somit die Einordnung eines Jeden individuell ermöglicht. In diesem Sinne müsste auch eine Förderung auf ein solches Konzept gemünzt werden. Nun denn, man darf gespannt sein, wie diese Geschichte weitergeht.

Studenten helfen Schülern

Dank der Pisastudie wissen wir Alle, dass es mit der Bildung in Deutschland nicht gerade zum Besten steht und dass vor Allem im Bereich Lesen und Schreiben ein großer Verbesserungsbedarf an deutschen Schulen herrscht. Aus diesem Grund werden Lehramtstudenten der Uni Duisburg-Essen während ihres Pflichtpraktikums an der Gesamtschule Walsum/ Dinslaken eine Art Leseworkshop aufziehen, um Schülern ab der fünften Klasse Literatur näher zu bringen. So bekommt jeder Schüler einen Lesepaten zugeteilt mit dem dann aus einer „Lesekiste”, die 60 ausgewählte Werke enthält nach dem Richtigen gestöbert wird, um den Kindern die Lust am Lesen wieder zu geben. Ein weiterer feiner Nebeneffekt ist die Schulung des Leseverständnisses sowie der Aussprache der Schüler und eine automatische Wortschatzerweiterung, da sich die einzelnen Kapitel abwechselnd laut vorgelesen werden. Zudem werden die teilnehmenden Studenten vor dem Praktikum im Umgang mit pubertierenden Jugendlichen geschult, damit sich ein sofortiges Verständnis zwischen „Lehrer” und Schüler entwickeln kann. Ich finde diese Idee einfach hervorragend, da es mich doch manchmal sehr graust, wenn ich höre welche Umgangssprache Jugendliche heutzutage verwenden und wie die deutsche Sprache doch unter Anglizismen, deutsch-türkisch, Denglish und dergleichen leiden muss. Deswegen sollte man diese Initiative meiner Meinung ruhig ausdehnen, um so nicht nur die Belesenheit der heutigen Jugend zu fördern, sondern vielleicht auch ein Stück weit die deutsche Sprache zu retten.