Jeder fünfte Student in Deutschland ist ein Studienabbrecher. Ob sich der ausgesuchte Studiengang als Fehlgriff erweist, man an zu schweren Klausuren scheitert oder einfach nur die Eigenmotivation verloren geht – Gründe für vorzeitigen Stop gibt es genügend. Damit der zweite Anlauf aber besser klappt, gibt es mittlerweile an einigen Hochschulstandorten spezielle Abbrecherseminare.
Knapp 21 Prozent aller Studenten verlässt die Hochschule ohne Abschluss. Dies belegen die neuesten Zahlen des Hochschul-Informations-Systems (HIS). Die Studie zeigt, dass die Einführung der Bachelor-/Master-Regelungen zu einigen Verschiebungen in der Fachgebiet-Verteilung geführt hat. Während Geisteswissenschaftler vom neuen System profitiert haben, da ihr Studium an Struktur gewonnen hat, haben besonders Ingenieur- und Naturwissenschaftler mit mehr Prüfungsstress zu kämpfen und brechen daher häufiger ab.
Bei Perspektivlosigkeit können Abbruch-Workshops helfen. In Münster z.B. kümmert sich ein Berufsberater der Arbeitsagentur um zweifelnde Studenten und versucht sie so in die richtige Bahn zu lenken. Interessen, Fähigkeiten und gewünschte Arbeitsbedingungen spielen ihm zufolge die Hauptrolle bei der eigenen Berufswahl. Erst wenn alle drei Bereiche halbwegs gleichmäßig berücksichtigt werden, passt es.
Viele Studenten wählen ihren Studiengang jedoch eher nach Vernunft. Bessere Karrierechancen sind manchmal ausschlaggebender als die Berücksichtigung eigener Interessen und Fähigkeiten. Und dieser Ansatzpunkt entpuppt sich während der ersten Semester als Fehler. Denn vielen Studenten vergeht so schnell die Lust an ihrem Studium.
Wer unsicher ist, welche Studienrichtung er einschlagen möchte, kann sich natürlich auch im Vorfeld schon beraten lassen. Geschulte Berufsberater gibt es in jeder Arbeitsagentur. Außerdem sollte man sich nicht ausschließlich von Studientrends oder späteren Gehältern leiten lassen. So kann man sein Studium auch erfolgreich beenden.
Links zum Thema:
- Quelle: SPIEGEL ONLINE: Ich und Jura, wir haben uns auseinandergelebt
- Studiengänge-Online: Studienfachwechsel: So geht´s