17. May 2012

Plagiate, Plagiate

Vor einiger Zeit haben wir über das Programm Copyskape Premium berichtet, das es den Hochschulen ermöglicht Plagiate mit einer Trefferquote von 75 Prozent zu erkennen. Es ist mal wieder an der Zeit das Thema Plagiate und unerlaubtes Kopieren von Textpassagen aufzufrischen.

Das dachte sich wohl auch heise online, ein Nachrichtenportal für Technik-News und hat am Montag einen sehr lesenswerten Artikel über faule Studenten veröffentlicht: „Beim Abschreiben setzen Studenten ihre Karriere aufs Spiel“. Darin berichtet Professor Schimmel (FH Frankfurt/Main), dass manche Studenten sich nicht einmal die Mühe machen, bei den kopierten Textpassagen die Schriftart an den restlichen Teil der Hausarbeit anzupassen. Das kommt einem als Leser schon reichlich dumm vor, doch er berichtet weiter von Hausarbeiten, in denen sogar die Werbebanner aus dem Internet mitkopiert wurden. Da verschlägt es mir doch glatt die Sprache!

Lustig auch das: Der Artikel über die Plagiate ist in minimal abgeänderter Form einen Tag später auf Welt.de erschienen. Eine Quellenangabe konnte ich bei „Studieren geht über Kopieren“ nicht finden…

(Später habe ich erfahren dass der Text von der dpa kommt und einfach von beiden Portalen verwendet wurde.)

Anonyme Bewerbungen

Ökonomischer Wahnsinn oder echte Chance?

In Deutschland testen seit einigen Wochen fünf große Unternehmen (Procter & Gamble, Deutsche Post, Deutsche Telekom, L’Oréal, Mydays ) und das Bundesfamilienministerium die sog. anonymen Bewerbungen. Das bedeutet, dass der Bewerber in seiner schriftlichen Bewerbung weder Name, noch Alter, noch Geschlecht, noch Foto angibt. So soll verhindert werden dass Frauen, Ältere Arbeitnehmer oder Personen mit ausländisch klingendem Namen diskriminiert –also nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen- werden.

Kling erstmal gut, doch sind die anonymen Bewerbungen wirklich die Lösung? Kritiker bezweifeln das aus verschiedenen Gründen. Die einen glauben, dass die Diskriminierung dann eben nach dem Bewerbungsgespräch stattfindet und letzten Endes dann doch die jungen, hübschen, kinderlosen, deutschen Bewerber bevorzugt eingestellt werden. Andere kritisieren den erhöhten Aufwand für Personalabteilungen. So haben Tests in Großbritannien ergeben, dass viele Bewerbungen nicht richtig anonymisiert wurden und die Bewerber eben doch ihren Namen oder ihren Geburtstag angegeben hatten. Diese Bewerbungen mussten dann mit einer Bitte um Anonymisierung zurückgeschickt und später ein zweites mal geprüft werden. Eine Fehlerfreie Anonyme Bewerbung ist eigentlich nur mithilfe eines Online-Bewerbungsformulares möglich.

Gerade die richtige Anonymisierung ist ein großes Problem, da das bloße weglassen von Daten nicht ausreicht. So müssen teilweise Jahreszahlen in Zeugnissen geschwärzt oder alle Formulierungen geändert werden. Worte wie Lehrerin oder Sekretärin haben in einer anonymen Bewerbung nichts zu suchen.

Ich finde: Nette Idee, aber schwierig in der Umsetzung. Ich selbst habe mich bisher meistens ohne Foto beworben und bisher hat sich niemand darüber beschwert. Eingeladen wurde ich auch meistens. So falsch kann es also nicht gewesen sein. Und nein, ich bin nicht hässlich.

Amazon buhlt um Studenten

Studentenshop mit „Studentenprodukten“

Amazon hat vor kurzem eine eigene Sub-Seite veröffentlicht, auf der spezielle Studentenprodukte angeboten werden. Die Kategorien lauten dort beispielsweise „Für den Schreibtisch“ (Taschenrechner und Co), „Rucksäcke und Messenger Bags“ oder „Nervennahrung“ (Studentenfutter).

Natürlich gibt es auch Fachbücher und Softwarepakete, aber leider nicht als spezielle Studentenangebote. Eigentlich bekommen Studenten bei Amazon (laut der Studentenseite) sowieso nur auf Bürostühle und Taschen spezielle Studentenrabatte. Die ganze Aktion ist also eher Schein als Sein, denn eine Rechnertasche und einen Bürostuhl haben die meisten Studenten sowieso zuhause –das aktuellste Fachbuch aber sicher nicht.

Wir von Studenten-Welt sagen: Nette idee von Amazon, die Studentenangebote überzeugen aber nicht wirklich. Wer mag soll reinschauen: Amazon: Alles für Studenten

1edu verschenkt Bestellungen

Jede Woche gibt es zum Schul- und Semesterstart vom Onlineshop 1edu neue Rabattaktionen. Dabei gibt es dann zum Beispiel 10% Rabatt auf Apple-Produkte, oder bis zu 80% auf Software von Adobe oder Microsoft.

Bis zum 15. September gibt es zusätzlich noch eine weitere Aktion: Jede 10. Bestellung wird gratis verschickt. Ausschlaggebend sind die letzten Ziffern der Bestellnummer. Welche Bestellungen kostenfrei sind entscheidet das Los. Die glücklichen Gewinner erhalten den vollen Kaufpreis (inklusive Versandkosten) zurückerstattet. Es lohnt sich also, das Online-Angebot von 1edu mal durchzustöbern.

1edu verkauft Softwarepakete und Hardware (Apple, Livescribe, wacom, Steinberg) für Schüler, Studenten und Bildungseinrichtungen. Dass man bezugsberechtigt ist muss durch einsenden eines Schüler- oder Studentenausweises, einer Bescheinigung der Berufsschule (bei Auszubildenden) oder einer Bescheinigung der Bildungseinrichtung (bei Lehrern und Dozenten) bestätigt werden. Vor einer Bestellung sollte man sich also darum kümmern, dass man ein eingescanntes Exemplar des jeweiligen Ausweises zur Hand hat.

Links zum Thema:

Stipendien brauchen besondere Bewerbungen

Wer nicht über genügend finanzielle Mittel verfügt, um sich den Traum eines Studiums zu ermöglichen, kann von verschiedenen Unternehmen und Stiftungen Unterstützung erhalten. Viele bieten Stipendienprogramme an, um jungen Talenten finanziell etwas unter die Arme zu greifen.

Stipendien richten sich schon lange nicht mehr nur an Einserstudenten. Ausschlaggebend für die Vergabe eines Stipendiums ist vor allem die Persönlichkeit des Studenten. Es dreht sich in erster Linie um soziales und gesellschaftspolitisches Engagement, Leistungsbereitschaft und die eigenen beruflichen Ziele.

Wer Interesse an einem Stipendium hat, sollte sich zuerst einen passenden Förderer aussuchen. Dieser muss zur eigenen Einstellung, Qualifikation und den späteren Zielen passen. Von Vorteil ist auch, persönlichen Kontakt zu jemandem aus dem Förderverein aufzubauen. An Hochschulen oder in Regionalgruppen der Stiftungen gibt es genügend Ansprechpartner zur Auswahl. Auch ehemalige Stipendiaten können hilfreich sein.

Auf die schriftliche Bewerbung sollte man besonders Acht geben. Sie sollte aus Lebenslauf, Motivationsschreiben, Gutachten sowie Zeugnissen bestehen und die Persönlichkeit des Bewerbers widerspiegeln. Ehrenamtliche Tätigkeiten und soziale Freizeitprojekte sind sehr erwähnenswert. Die Bewerbung sollte vermitteln, was man bisher geleistet hat und in wie fern das Stipendium bei der Zukunft helfen würde.

Wessen Bewerbung überzeugen konnte, wird wahrscheinlich danach an Auswahlgesprächen, Einzel-Interviews und oft auch Gruppendiskussionen, oder auch an Klausuren teilnehmen müssen. Hier legen die Förderer besonderen Wert auf Motivation, Eigenständigkeit, Sozialverhalten und Kommunikationstalent.

Ein Stipendium zu erhalten ist also nicht aussichtslos. Aber man muss auch selbst etwas dafür tun. Sollte es dann doch nicht klappen, gibt es zum Glück auch noch andere Finanzierungsmöglichkeiten, wie wir bereits berichtet haben.

Balkonien zum Studentenpreis

Kostengünstig die eigene Studentenstadt als Urlaubserlebnis entdecken

Nicht bei jedem Studenten reicht das Budget für einen Sommertrip nach Kroatien, New York oder Mallorca. Und wer keine Freunde hat, die irgendwo gerade ein Auslandssemester oder Auslandspraktikum machen und einem eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit bieten, der muss sowieso sehen wo er bleibt. Bleibt noch Interrail durch Europa, aber das ist nicht jedermanns Sache. Vor allem, weil dabei stets die Frage bleibt ob man seinen Reisebegleiter auch noch nett findet wenn er den vierten Tag nicht geduscht hat..

Wem nur der Urlaub auf dem Balkon oder der Dachterrasse bleibt, dem sei hier ein kostengünstiges Unterhaltungsprogramm vorgeschlagen:

Entdecke deine Stadt. Warum nicht einfach mal eine Stadtführung machen und die eigene Universitätsstadt besser kennenlernen? Mit einer Stadtführung kommt man an ganz neue und interessante Ecken und man hat endlich auch mal was zu erzählen, wenn die Oma zu besuch kommt.

Oft gibt es auch spezielle Angebote für „Einheimische“. Die sind dann etwas spannender als einfach nur das Rathaus und den Dom abzulaufen. In Augsburg gab es zum Beispiel früher mal unterirdische Stadtführungen. Da konnte man die alten Wassergräben, Keller und Aquädukte der Römer abwandern. Es lohnt sich also einfach mal ins Tourismusbüro zu gucken und sich zu informieren. Es finden sich sicherlich ein paar Kommilitonen, die den Spaß eine Stadtführung mitmachen.

Die meisten Städte bieten auch Studententarife an. Eine unvollständige Liste habe ich für Euch hier zusammengestellt:

E-Learning: Das Rad nicht neu erfunden

Der erste Hype ist vorbei und der Studentenalltag hat sich trotzdem nicht grundlegend verändert. Eine Bilanz.

Virtuelle Hochschule, studieren im Bett, die Vorlesung in Endlosschleife – was haben wir nicht alles über E-Learning gelesen, gehört und geforscht. Jetzt steht fest: Das Studium hat sich nicht grundlegend verändert, nur weil Vorlesungen jetzt als Videos im Internet bereitgestellt werden. Nach wie vor laufen die Studenten in den Hörsaal, gucken den Dozenten beim Reden zu und machen sich Notizen. Wirkliche Neuerungen bieten Video-Mitschnitte von Vorlesungen und Seminaren nur in Einzelfällen:

  • Wenn der Hörsaal zu klein ist, um allen Studenten einen angemessenen Sitzplatz zu bieten, dann ist die Videoübertragung einer Vorlesung in einen zweiten oder dritten Hörsaal eine große Hilfe für alle Beteiligten.
  • Und auch, wenn man mal etwas nicht verstanden hat oder nicht an einer Vorlesung teilnehmen konnte, dann bieten die Videoplattformen im Internet eine gute Möglichkeit sich die Vorlesung noch einmal anzuhören.

Interessant wird es, wenn man, ergänzend zum eigenen Studienfach, Filme und Podcasts von anderen Universitäten findet, zum Beispiel bei iTunes U.

Einen kleinen Nachteil haben die Vorlesungsfilme und Tonaufnahmen jedoch für die Studenten auch. Wenn ein Dozent weiß, dass seine Vorlesungen für viele Jahre, mehr oder weniger frei zugänglich, im Netz stehen werden, dann verkneift er sich vielleicht kleine Randbemerkungen oder Witzchen, die eine Vorlesung auflockern würden und dem Stoff mehr Anschaulichkeit geben würden. Möglicherweise kann man sich als Student die Filme dann zwar hundert mal ansehen, aber mit einem kleinen Seitenhieb des Dozenten auf einen ungeliebten Kollegen hätte man sich den Lernstoff vielleicht schon beim ersten mal gemerkt.

Was bleibt also: Als Student sollte man sich immer informieren, welche Online-Angebote die eigene Universität anbietet. Doch man sollte nicht vergessen, dass ein virtuelles Portal den Gang zur Uni, an die Lehrstühle und in die Mensa nicht ersetzen kann. Denn an der Uni lernt man nicht nur sein Studienfach, sondern es werden auch nützliche Kontakte fürs Leben und die Karriere geknüpft. Und das ist ein Service, den einem keine Lernplattform der Welt bieten kann.

Links zum Thema:

DLR Studentenwettbewerb

REXUS/BEXUS macht den Weg ins All frei

REXUS/BEXUS (Raketen- und Ballon-Experimente für Universitäts-Studenten) ist ein deutsch-schwedisches Programm der Raumfahrtbehörden bei dem jedes Jahr im März zwei Raketen und zwei Ballone gestartet werden. Im Herbst wird deshalb zum Studentenwettbewerb aufgerufen. Die besten Erfindungen, Ideen und Vorschläge für Experimente werden dann in den beiden darauffolgenden Jahren umgesetzt.

Die Bewerbungsfrist für 2011/12 läuft noch bis zum 24. Oktober.

Um am Studentenwettbewerb teilnehmen zu können müssen die studentischen Teams eigenständige, kreative, interessante und möglichst innovative Ideen aus den Themenbereichen Atmosphärenphysik, Fernerkundung oder Strahlenphysik einreichen.

Alle Informationen zum Wettbewerb, sowie Teilnahmebedingungen und –fristen findet ihr auf rexusbexus.net.

Studiengebühren: Licht am Ende des Tunnels

Abschaffung der Studiengebühren schreitet voran.

Wie die Süddeutsche Zeitung am Mittwoch meldete, werden die Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen nun doch erst zum Wintersemester 2011/12 abgeschafft. Die SPD hatte zwar im Wahlkampf mit einer schnellen Abschaffung der Campus-Maut geworben, doch ein Jahr, also zwei Semester lang müssen sich die Studenten und künftigen Studenten nun noch gedulden.

Der Grund für die lange Wartezeit ist, dass die Landesregierung erst die Ausgleichszahlungen für die Hochschulen regeln muss, denn trotz Abschaffung der Studienbeiträge in Höhe von 500 Euro pro Semester sollen die Hochschulen nach der Umstellung noch genauso viel Geld bekommen – nur eben nicht mehr von den Studenten, sondern vom Bund. Die zahlreichen Gebührenfinanzierten zusätzlichen Dozenten, die in den vergangenen Jahren eingestellt wurden wollen die Hochschulen, und letztendlich auch die Studenten, natürlich gerne behalten.

CDU und FDP wollen die Studiengebühren beibehalten, Die Linke fordert eine noch schnellere Abschaffung und spricht damit natürlich den Studenten aus der Seele.

Wir finden: Wenn durch die Studiengebühren Studenten vom Studieren abgehalten werden, weil sie Angst vor der finanziellen Belastung haben, dann besteht dringend Handlungsbedarf. Doch dass Studenten nach ihrem Studium, wenn sie im Berufsleben stehen eine Abgabe an ihre Hochschule bezahlen und, wie in Hamburg, die Studiengebühren dann entrichten, wenn sie es sich leisten können, halten wir für zumutbar. Denn wer studiert verdient im Regelfall gut und kann der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Am besten natürlich freiwillig.

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Mein Bus ist Dein Bus

Studentisches Reisen mit dem Bus durch Deutschland

Drei Studenten aus Friedrichshafen haben ein Busunternehmen gegründet, das auf flexiblen Reisestrecken Busfahrten für Studenten anbietet.

Die Idee ist genauso einfach wie die von Mitfahrzentralen, nur werden bei DeinBus eben viel mehr Mitfahrer gesucht. Somit werden günstige und umweltfreundliche Inlandsreisen auch in Deutschland möglich.

Sobald 15 Personen die sich für die gleiche Strecke angemeldet haben kann der Bus starten. Dabei geht es quer durch Deutschland. Als Sommerspecial kann man zum Beispiel für 33,50 EUR von Frankfurt/Main, Aschaffenburg, Würzburg oder Nürnberg zum Oktoberfest nach München fahren.

Die Konditionen für Reisewillige sind denkbar fair. Wer eine Fahrt buchen möchte, kann über das Onlineportal nach einer bestehenden Fahrt gucken und dann auf allen erdenklichen Zahlungswegen die Reise bezahlen. Wenn man selbst eine Fahrt anlegen möchte übernimmt DeinBus die gesamte organisation und stellt zum gewünschten Zeitpunkt einen Vollgetankten Bus mit Fahrer bereit. Kommt die Fahrt nicht zustande, weil sich weniger als 15 Personen angemeldet haben, dann entstehen für den, der die Fahrt initiiert hat, keine Kosten.

Möglich wird DeinBus dadurch, dass die drei Studenten aus Friedrichshafen, Ingo Mayr-Knoch, Alexander Kuhr und Christian Janisch, eine Lücke im Personenbevörderungsgesetz gefunden haben, denn normalerweise ist es gar nicht so einfach in Deutschland eine neue Buslinie anzumelden.

Wir von Studenten-Welt.de finden: DeinBus ist eine geniale Idee, mit der Studenten günstig reisen können. Melden sich genügend Studenten für die Fahrten mit dem Bus an, funktioniert das Prinzip der Bus-Mitfahrzentrale bestens. Darum: Weitersagen!

Links zum Thema:

Update 29.10.10: Deinbus ist von einer Klage der Deutschen Bahn aktut bedroht. Lest mehr auf SPIEGEL ONLINE: Wie die Bahn kreative Konkurrenz zerstört