Praktikum in Neuseeland
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Internationale Erfahrung zu sammeln ist heute bei den meisten Studiengängen unverzichtbar. Wer nicht gleich ein Auslandstudium antreten möchte, für den ist ein Praktikum aus vielerlei Hinsicht eine sinnvolle Alternative: Im Gegensatz zum Auslandsstudium kann man hier Land und Leute, sowie die Arbeitskultur des Landes intensiver kennen lernen und sich dabei auch noch seine Brötchen verdienen.
Neuseeland: Land der Extreme
Bei den meisten Auslandsaufenthalten spielt die Sprache eine wichtige Rolle. Dabei sind besonders englischsprachige Länder wie England, die USA oder Australien beliebt. Nach dem Kinoerfolg Herr der Ringe ist der Drehort Neuseeland in aller Munde und wird als Tourismusziel immer beliebter. Bisher nehmen allerdings nur wenige die Möglichkeit wahr in diesem wunderschönen und faszinierenden Land ein Praktikum zu absolvieren. Dabei erfüllt Neuseeland alle Voraussetzungen: als ehemalige britische Kolonie und Mitglied des Commonwealth of Nations ist die Amts- und Umgangssprache Englisch, viele deutsche und internationale Firmen haben hier einen Unternehmenssitz und die sagenhaften Landschaften laden zu Ausflügen ein. Die beiden Inseln vereinen auf einem Landstrich von nur 268.680 km² Fläche (etwas größer als das Vereinigte Königreich) fast alle Landschaftstypen weltweit: lange und einsame Sandstrände (z.B. Ninety Mile Beach), zahlreiche kleine Inseln (z.B. Bay of Islands), aktive Vulkangebiete (z.B. Rotorua), grüne Wald- und Wiesengebiete (rund um Auckland), berühmte Nationalparks (z.B. Tongariro Nationalpark), Regenwälder die auf Gletscher treffen (z.B. Franz-Josef-Gletscher), alpine Gebirgsketten (z.B. Südalpen) und Fjordlandschaften (z.B. Milford Sound). Was also tun um das begehrte Praktikum zu ergattern?
Begehrte Praktikumsplätze in Neuseeland
Um an ein Praktikum in Neuseeland zu kommen ist es wichtig persönlich Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen. Praktika sind in Neuseeland nicht so gängig und populär wie etwa in Deutschland. Dennoch bieten vor allem internationale Firmen Praktikantenstellen an. Empfehlenswert ist es mit den entsprechenden Firmen in Deutschland Kontakt aufzunehmen. Beispiele hierfür sind BMW, L’Oreal, Bayer, Lufthansa oder Bosch. Dabei ist es hilfreich bereits im Heimatland für die entsprechende Firma ein Praktikum zu absolvieren, da durch gute Referenzen und Unternehmenskenntnisse die Chancen auf ein vergütetes Praktikum im Wunschland steigen. Informationen zu deutschen Firmen in Neuseeland bietet z.B. die New Zealand German Business Association (www.germantrade.co.nz). Darüber hinaus existieren zahlreiche Institute oder Organisationen, die bei der Praktikumsvermittlung helfen. Hervorzuheben sind vor allem Studentenorganisationen wie AIESEC (www.aiesec.de) oder der Deutsche Akademische Austausch Dienst (www.daad.de). Bei Vermittlern ist darauf zu achten inwieweit Vermittlungsgebühren anfallen und ob das Praktikum vergütet wird. Sonst wird der Auslandsaufenthalt schnell zur Kostenfalle. Eine weitere Möglichkeit für Mutige und Kurzentschlossene ist, sich auf eigene Faust nach Neuseeland zu begeben. Vorort bieten sich meist die besten Möglichkeiten persönlich in Kontakt zu treten und kurzfristige Angebote wahrzunehmen. Hierbei sind nationale Zeitungen wie der New Zealand Herald oder Jobbörsen wie www.seek.co.nz oder www.career.co.nz zu empfehlen. Zur Not kann aus dem geplanten Auslandspraktikum immer noch ein Work & Travel Aufenthalt werden.
Visum und Einreise
Bei einem Aufenthalt bis zu 90 Tagen benötigen deutsche Staatsbürger kein Visum. Dies gilt allerdings nur, wenn in dem Land keine Arbeit aufgenommen wird. Bei einem Praktikum gibt es mehrere Möglichkeiten. Die populärste ist ein Arbeitsvisum zu beantragen. Dafür wird ein unterschriebener Vertrag der neuseeländischen Firma, eine Bestätigung, dass das Unternehmen ausländische Arbeitskräfte beschäftigen darf, ein gültiges Hin- und Rückflugticket, sowie der Nachweis, dass das Praktikum studienrelevant ist, benötigt. Das Visum kann bei der neuseeländischen Botschaft in Berlin beantragt werden und kostet 100 Euro. Bei einem unbezahlten Praktikum ist außerdem ein Nachweis zu erbringen, dass ausreichend Geld für den Unterhalt vor Ort vorhanden ist (etwa 500 Euro pro Monat). Dies kann in Form von Kontoauszügen, einer Bankbestätigung oder durch Reisechecks nachgewiesen werden. Sofern das Praktikum erst vor Ort gefunden wird, kann das Visum auch im Land beantragt werden. Nähere Informationen rund um das Thema Visum und Einreisebestimmungen gibt es unter www.immigration.govt.nz und www.auswaertiges-amt.de.
Wohnen in Neuseeland
Je nach Ansprüchen kann man für etwa 150 Neuseeland Dollar (entspricht ca. 75Euro) pro Woche ein nettes WG-Zimmer finden. Diese Richtlinie bezieht sich auf die Gegend von Auckland und kann je nach Region und Lage variieren. Die beste Adresse um ein Zimmer zu finden ist www.flatfinder.co.nz. Dabei ist ein persönliches Erscheinen zum Besichtigungstermin wichtig. Deshalb sollte man sich zunächst ein Zimmer in einer Jugendherberge nehmen und sich von dort aus (bzw. kurz vor der Anreise) bewerben. Manche Firmen übernehmen auch bei Praktikanten die Unterkunft für die ersten Tage und unterstützen die Ankömmlinge bei der Suche. Oft bieten auch Kollegen ein Zimmer zur Untermiete an. Besonders empfehlenswert ist es sich nach möblierten Zimmern umzusehen. Sollte dennoch das ein oder andere Essentielle fehlen, hilft ein kurzer Blick in die neuseeländische Version von Ebay: www.trademe.co.nz Einfach anmelden, mitbieten und sich über ein günstiges Bett, etc. freuen.
Nützliche Tipps
Hat man nun also einen Praktikumsplatz ergattert, das Visum und die Einreise organisiert und ein Zimmer gefunden, sind die größten Hürden bereits geschafft. Zu guter Letzt folgen nun noch einige Tipps zum täglichen Leben in Neuseeland: ein erster Schritt gleich nach der Ankunft und der Gewöhnung an die erhebliche Zeitverschiebung (+10 bzw. 12 Stunden) sollte in ein Handygeschäft führen. Alle gängigen Netze bieten so genannte Prepaid Karten (z.B. von Vodafone) an. Da ein Gespräch ins Ausland oder vom Ausland vor allem mit dem deutschen Handy oder vom Hotel aus sehr teuer werden kann empfiehlt sich zudem auf alternative Möglichkeiten, wie Internettelefonie umzusteigen (z.B. www.skype.de). Bei Skype zahlt man derzeit für Anrufe ins Festnetz etwa 0,017€ pro Minute, Anrufe von PC zu PC sind kostenlos. Des Weiteren ist es sinnvoll sich für die Dauer des Aufenthalts ein Auto zuzulegen. Mit den gängigen Autovermietungen könnte dies langfristig sehr teuer werden. Deshalb ist es empfehlenswert sich zunächst bei Kollegen nach der Möglichkeit einer privaten Vermietung zu erkundigen oder sich ein gebrauchtes Fahrzeug zu kaufen. Billige Angebote gibt es meist an den schwarzen Brettern von Jugendherbergen. Dabei sollte darauf geachtet werden eine gültige Versicherung abzuschließen (extra Kosten entstehen dabei für den Nichtbesitz eines neuseeländischen Führerscheins und eine Verringerung der Selbstbeteiligung). Da die Autoversicherung in Neuseeland auf Personen und nicht wie in Deutschland auf Fahrzeuge abgeschlossen wird, muss auch bei privaten Vermietungen sichergestellt werden, dass die Versicherung entsprechend erweitert wird. Das öffentliche Verkehrsnetzwerk lässt oft zu wünschen übrig und vor allem in weniger großen Städten, sowie bei Ausflügen ist ein Auto von großem Vorteil. Selbst in Auckland existiert keine U-Bahn und das Busliniennetzwerk ist längst nicht so ausgebaut wie in Deutschland.
Ein Aufenthalt in Neuseeland ist, sei es für ein Praktikum, Work-and-Travel oder schlicht und ergreifend einen Urlaub, in jedem Fall empfehlenswert.

