4. February 2012

Konkurrenzdruck unter Kommilitonen

Sich zu Vergleichen und im Wettbewerb stehen mag manchmal eine interessante Herausforderung sein und einen für die raue Karrierewelt rüsten. Doch wenn der Konkurrenzkampf zum Dauerzustand geworden ist, belastet das Studenten im Studium oft stärker, als sie aushalten können.

Auslandssemester, Praktikum, Forschungsprojekt, Fremdsprache, Abschluss vor der Regelstudienzeit…. Studenten erzählen sich gegenseitig gern von Ihren Leistungen und prahlen mit ihrem Durchhaltevermögen. Wer nicht mithalten kann fühlt sich schnell als Außenseiter. Dass dieses Verhalten in einigen Studienfächern (wir nennen keine Namen) an der Tagesordnung ist, hat nun ZEIT CAMPUS zum Anlass genommen, einen einfühlsamen Artikel darüber zu schreiben, wie sich einzelne Studenten aus dem Konkurrenzdruck heraushalten können.

In Was hast du, was ich nicht habe? wird erklärt, wie der Vergleichswahn zu Stande kommt, und dass er auch etwas Gutes habe. Denn einerseits hat jeder Student das Bedürfnis, aus der Masse heraus zu ragen, andererseits helfen Vergleiche dabei, die eigenen Leistungen richtig einzuschätzen.

Da hilft eigentlich nur: Ein bisschen mitspielen, ein bisschen cool bleiben. Man kann das Spiel nicht ändern, aber man kann ab und zu eine Pause einlegen. Und man kann selbst auch mal aufhören, alle Praktika aufzuzählen, die man schon absolviert hat, wenn man merkt, dass der Kommilitonen gegenüber schon seit einigen Minuten nichts mehr gesagt hat. Auch Fairness und Mitgefühl gehören zu einer umfassenden Ausbildung mit dazu.

Absprung für Verbindungsstudenten

Das Thema ‚Hilfe zum Ausstieg’ ist wegen der Trojaner-Shirts, die bei einem NPD-Festival verteilt wurden, in aller Munde. SPIEGEL ONLINE hat über die Aktion berichtet, bei der Shirts verteilt wurden, die nach dem Waschen eine Botschaft mit Kontaktdaten für Ausstiegswillige Parteimitglieder enthielten.

Eine etwas andere Zielgruppe hat das Sorgentelefon der Asta Göttingen. Hier will man Verbindungsstudenten beim Ausstieg helfen. Die Studentenverbindungen haben oft sehr strenge Regeln bezüglich der politischen Ausrichtung ihrer Mitglieder. Und auch die Freizeitgestaltung beinhaltet viele Veranstaltungen, bei denen Verbindungsbrüder gemeinsam etwas unternehmen.

So brechen nach und nach die Kontakte zu Nicht-Mitgliedern ab. Kommt es dann zum (politischen) Zerwürfnis mit der Verbindung stehen die Studenten oft ganz alleine da. In manchen Fällen ist die Mitgliedschaft in einer bestimmten Verbindung Familientradition, so dass die ausstiegswilligen Studenten nicht selten Angst vor finanziellen Konsequenzen haben müssen.

Die Beratungsstelle in Göttingen kümmert sich um solche Studenten uns hilft ihnen bei der Neuorganisation ihres Alltags. Bis zu vier Fälle pro Woche werden dort bereits bearbeitet. Und selbst die beratenden Studenten bleiben lieber anonym aus Angst vor den Burschenschaften.

  • Sorgentelefon ‚falsch verbunden’ des Asta Göttingen: 0551-39 222 68
  • Hotline ‚presence’ Leipzig: 0341 – 97 37 861

Quelle: Falsch Verbunden

Dem Dozenten Mailen

Mir ist das selber schon so oft passiert, dass ich fünf mal angefangen habe eine E-Mail zu schreiben und dann doch wieder die Anrede und die ersten Sätze gelöscht habe, weil sie mir unpassend erschienen.

Ob man jemanden Duzt oder Siezt, das weiß man meistens (oder kann es irgendwie heraus finden). Doch es ist unhöflich den Empfänger sofort mit dem Anliegen zu überfallen, ein guter Einleitungssatz ist aber auch nicht gerade einfach zu finden.

Besonders schwer ist mir das Mails Schreiben immer bei Dozenten und Professoren gefallen. Deswegen musste ich sehr schmunzeln, dass im aktuellen ZEIT Campus Magazin ein Beitrag über genau dieses Thema zu finden ist.

Professor Fritz Breithaupt von der Indiana University schreibt aus Sicht des Dozenten über das Thema E-Mails von Studenten. Eine richtige Anleitung für den perfekten Anfang einer Nachricht kann man bei ihm zwar auch nicht finden, er macht aber darauf aufmerksam, dass persönliche Befindlichkeiten in einer E-Mail an den Dozenten nichts zu suchen haben. Er begründet das damit, dass er sich auf die Aufgaben eines Dozenten konzentrieren möchte, anstatt sich um menschliche Anliegen zu kümmern. Alles also eine Frage der Effizienz?

Nicht ganz, denn auch zu knappe E-Mails sieht Breithaupt in E-Mails nicht gerne, da sie seiner Meinung nach den nötigen Respekt vermissen lassen.

Sind wir nun schlauer, was die elektronische Kommunikation mit unseren Dozenten angeht? Ich würde sagen ja, denn klar ist: Dozenten sind auch nur Menschen und möchten in E-Mails ganz normal behandelt werden. Nicht zu flapsig, nicht zu förmlich, nicht zu knapp. Genau so würden wir Studenten mit Ihnen auch nach dem Seminar sprechen.

Deine Uni im Netz

Webseiten von Universitäten haben oft das klassische Problem, dass sie die internen Strukturen auch in der Seitennavigation abbilden. Da findet man dann den Fachbereich Geographie unter „Informatik“, die Hausdruckerei unter „Internes“. Meistens wird das nach dem Relaunch noch viel schlimmer (siehe Universität Augsburg).

Studenten haben da kaum einen Ansatzpunkt, denn die Mühlen in einer Universität mahlen langsam und überhaupt sind Veränderungen an der IT von großen Unternehmen immer gaaaanz schwierig umzusetzen.

Einen Ansatzpunkt in Richtung adäquater Internetpräsenz von Hochschulen bietet facebook. Immer mehr Studenten richten Fanpages von ihren Hochschulen ein.

An der Uni Rostock gibt es ein paar besonders fleißige Studenten. Sie betreuen einen inoffiziellen facebook-Kanal und einen twitteraccount. Sie posten echte und relevante Informationen und kümmern sich um regelmäßige Inhalte.

Vielleicht wissen das die Rostocker gar nicht, aber natürlich steckt in ihrem Engagement auch eine große Portion Eigennutz. Denn wer sich darum kümmert, dass die Universität in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, der Wertet am Ende auch seinen eigenen Abschluss auf.

Mehr Infos zur Social Media-Kampagne der Uni Rostock: Kampf um die Hoheit im Mitmach-Netz (Rostocker Journal vom 27. Juni 2011)

Wie sieht das die Eurer Hochschule aus?

Die Uni ist nicht die Schule

Die Saarbrücker Zeitung hat vor kurzem einen Artikel veröffentlicht, indem eine Studie vorgestellt wird, derzufolge die Studenten zu wenig Kontakt zu ihren Professoren haben. Da musste ich doch gleich tief Luft holen um nicht schon wieder loszupoltern! Zum Glück kommt im zweiten Absatz die Erlösung: Der spärliche Kontakt liegt auch an den Studierenden selbst. Na also! Das wollte ich hören. Es kann ja wohl nicht sein, dass die Professoren dafür ausgebuht werden, dass sie den Studenten nicht hinterher rennen. Wir sind ja nicht mehr in der Schule, wo man froh sein konnte, wenn einen der Lehrer nicht allzu stark in die Mangel genommen hat.

Aber halt: Wissen eigentlich alle von meinen lieben Kommilitonen, dass die Universität anders funktioniert als die Schule? Ich meine so selbstverständlich ist der Unterschied  ja nicht, schließlich wurde den jungen Hüpfern allesamt ein ganzes Schuljahr geklaut und in der Uni können sie wunderbar in der Masse untergehen, die sich durch die Hörsäle und die Seminarräume wälzt. Das Verstecken klappt viel besser, wenn man einer von 14.000 ist, als wenn man einer von 30 ist (oder wie groß sind Schulklassen heutzutage?).

Was ich sagen will ist, dass jemand den Erstsemestern mal erklären sollte, wie Uni denn eigentlich gemeint ist, also nicht die Uni, die die Kleinen jetzt kennen, wo man möglichst schnell irgendwie seinen Bachelor wegwursteln muss, sondern die Uni, in der man auch mal auf dem Gang mit dem Professor in ein Gespräch vertieft stehen bleibt, in der man freiwillig ein Referat übernimmt, einfach weil einen ein Thema interessiert und die Uni, in der man zwischen den Seminaren Zeit für einen gemütlichen Kaffee mit den Kommilitonen hat und sich einfach noch nach dem Seminarende weiter streitet über den Gerechten Krieg, die linksdrehenden Milchsäuren oder die Abweichung der Standardvarianz.

Ich glaube, nur wenn die neuen Studenten auch wissen, wie viel Spaß ein Studium machen kann, wenn man sich in Ruhe in ein Thema hinein vertiefen kann, dann können sie die Studienzeit auch wirklich nutzen und kommen von selbst auf die Idee beim Professor nachzufragen, sich Feedback zu holen und sich auch mal eine Note erklären zu lassen.

Liebe älteren Semester, gebt Eure Glut noch ein bisschen weiter, die Schüchternen neuen können doch auch nichts dafür!

Leuphana öffnet die Tore

Am 16. Juni 2011 lädt die Leuphana-Universität zum Infotag ein.

Herzlich willkommen sind alle, die sich für ein Bachelor-Studium in Lüneburg interessieren. Die Universität verspricht in ihrer Ankündigung, bei der Frage nach dem richtigen Studienfach helfen zu wollen. Neben einer Beratung erwartet die zukünftigen Studenten natürlich auch eine genaue Erklärung über den Ablauf des Zulassungsverfahrens an der Universität. Die obligatorischen Campusführungen und die Möglichkeit, mit Studenten ins Gespräch zu kommen, gibt es natürlich beim Bewerber-Infotag ebenfalls.

Besonders wichtig ist, dass die Leuphana ihren Besuchern erklären möchte, was das besondere an ihren Bachelor-Studiengängen ist. Ich habe hier leider keinen Hinweis für Euch, denn die Webseite der Universität ist nicht erreichbar. Vielleicht habt ihr mehr Glück, etwas über das Bachelorstudium in Lüneburg zu erfahren: http://www.leuphana.de/college/bachelor.html

Der Infotag am 16. Juni beginnt um 10 Uhr und endet um 18 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen: http://www.leuphana.de/college/bachelor/mehr-erfahren/infotag/bewerber-infotag.html

SPIEGEL ONLINE schickt Studenten schlafen

Der Artikel, der am gestrigen Donnerstag auf SPIEGEL ONLINE erschienen ist (10. März 2010 Schlaftipps für Schlaffis), ist eigentlich nicht besonders aufregend geschrieben, neue Erkenntnisse stecken auch nicht drin. Dennoch sagen wir von Studenten-Welt Danke, denn das Thema Schlafmangel bei Studenten kann nicht oft genug aufgegriffen werden.

Immer wieder lesen wir, dass die Zahlen der Studenten, die dem Leistungsdruck nicht gewachsen sind oder psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, ansteigen. Die Auswirkungen sind gravierend. Von Burn-Out im Studium bis zu dem Griff zu Hirndoping-Mitteln – uns von der StudentenWelt-Redaktion kann eigentlich kaum mehr etwas schockieren, das wir über den Stress von Studenten lesen. Traurig machen uns diese ganzen Nachrichten aber trotzdem.

Ein Studium mag spaßige Phasen haben. Zu einem großen Teil ist es aber einfach anstrengend und stressig. Liebe Studenten-Leser: tut uns den Gefallen und passt besser auf Euch auf. Ein Plan, in dem Euer Arbeitspensum festgelegt ist, feste Pausen, und genügend Schlaf können vielen Problemen vorbeugen. Am besten Ihr ergänzt das mit etwas Sport und gesunder Ernährung. Klingt alles viel einfacher und lapidarar, als es dann im echten Leben umzusetzen ist, ich weiß. Aber versucht trotzdem, Euch daran zu halten. Auf Euch ruht schließlich die Hoffnung der Nation!

Studenten wollen mehr Mitbestimmung

Verschiedene halbherzige Lippenbekenntnisse, die aus dem Bildungsstreik resultierten, haben wir ja an dieser Stelle schon diskutiert. Jetzt scheint sich tatsächlich mal etwas zu bewegen: Die Studenten sollen mehr Mitbestimmungsrechte an ihren Hochschulen bekommen.

Der Grund dafür, dass diese Forderung derzeit ganz ernsthaft vom Ministerium Landes-Asten-Konferenz in Baden-Württemberg und von den Zuständigen in Bayern diskutiert wird liegt auf der Hand: Studenten zahlen mehr, also wollen sie auch mehr mitreden (Wer zahlt schafft an). Der Druck der Hochschulen, ihre Ausgaben vor den Studenten zu rechtfertigen ist enorm angestiegen.

Indem Studenten wieder mehr eingebunden werden erhofft man sich, künftige Bildungsstreiks zu verhindern. Derzeit dürfen die Studenten bspw. In Baden-Württemberg nur in den Bereichen Kultur, Soziales und Sport mitentscheiden. Die Verfasste Studierendenschaft (VS) wurde vor über 30 Jahren Abgeschafft. Man diskutiert nun über den Aufbau eines Studentischen Konvents.

Hochschulstart erleichtert Studienplatzvergabe

Das Grauen der ZVS (Zentrale Vergabestelle für Studienplätze) hat ein Ende. Die Zeiten, in denen Studierende erst wenige Tage vor Semesterstart erfahren haben, in welcher Stadt sie ihr Studium beginnen können sollen Dank Hochschulstart jetzt vorbei sein.

Das Nachfolgeportal der ZVS hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem alten System. Ein Studieninteressent bewirbt sich nicht mehr bei allen Hochschulen, die ihn interessieren, sondern nur noch einmal bei Hochschulstart. Wird er an einer Hochschule angenommen und schreibt sich ein, so werden automatisch alle anderen Bewerbungen zurückgezogen.

Für die Universitäten bedeutet das, dass nicht mehr tausende Studenten die Anmeldelisten verstopfen, die eigentlich bereits einen anderen Studienplatz haben. Somit können sie schneller entscheiden, welche Studenten tatsächlich zu Ihnen kommen und die restlichen Studienplätze an die Kandidaten auf der Warteliste vergeben.

Dass es wirklich bis zum Jahr 2011 gedauert hat so ein System einzuführen lässt mich nur den Kopf schütteln. Was zählt ist das Endergebnis, und wenn unsere zukünftigen Kommilitonen entspannter in ihr erstes Semester starten können, dann gefällt uns das natürlich!

Link zum Thema: Stdenten-Welt: Studienbeginn

Uni 2.0

Studieren via facebook

Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit, bis die erste Uni ihre Studenten auch via Facebook unterrichtet. Und nun: Tataaaa es ist die London School of Business and Finance.

Das System ist eigentlich richtig cool. Wer den Master über Facebook machen kann, der braucht nur auf der Fanpage auf „Like“ zu klicken und kann anfangen zu studieren. Mehr als 100 Stunden an kostenlosem Lernmaterial stehen dort bereits zur Verfügung.

Erst wenn der Student sich dann bereit für die Prüfung fühlt, muss er die Studiengebühren bezahlen um zugelassen zu werden. Die üblichen Vorraussetzungen wie ein Bachelor-Abschluss und die drei Jahre Praxiserfahrung müssen natürlich ebenfalls erfüllt werden.

Wir finden: Tolle Idee! Studenten die sich noch unsicher sind, ob sie den Anforderungen eines Master-Studiums gewachsen sind können hier einen Testlauf starten. Wer Online gut zu Recht kommt spart sich den Weg in die Uni. Wer lieber persönlich vor seinen Dozenten sitzt, kann sich auf Facebook wenigstens die Themengebiete ansehen und die Plattform zum Wiederholen des Lernstoffes nutzen.

Einziger Wehmutstropfen: Wer online studiert bekommt bei der London School of Business and Finance keinen Rabatt. Die 17.300 Euro müssen in jedem Fall bezahlt werden. Aber mit so einem tollen Abschluss hat man die dann auch schnell wieder verdient.