Schnellstudierer haben keinen Vorteil
DIE ZEIT hat einen Artikel veröffentlicht, auf den ich schon lange gewartet habe! Die Kernaussage: Es gibt keinen Grund wegen dem Lebenslauf oder den späteren Karrierechancen durch das Studium zu hetzen.
Heissa! Mir war das irgendwie klar und andererseits auch egal, da ich mich nach dem Studium ohnehin selbstständig machen wollte und vergleichsweise wenige Personalchefs meinen Lebenslauf zu Gesicht bekommen. Und auch meine Kommilitonen wussten irgendwie immer schon, dass man nicht mit 22 Jahren einen Studienabschluss, Auslandserfahrung und Ehrenamtliches Engagement vorweisen kann ohne irgendwie total außergewöhnlich oder auf Drogen zu sein. Dennoch haben wir oft im Freundeskreis darüber gesprochen, wer wie viele Scheine (oder Punkte) jeder in welchem Semester macht, in welchem Sommer man schnell das Auslandspraktikum absolvieren kann und wie zum Teufel die Schulungstermine bei der Studentischen Unternehmensberatung zum verschulten Stundenplan eines Bachelorstudenten passen können. Das Ergebnis waren jedes mal Schuldbewusste Gesichter (es gibt immer Einen, der es besser hinbekommt als man selbst), Panik wegen fast vergessenen Fristen und Lernphasen, die sich über Monate hinziehen und an deren Ende so viele Klausuren stattfinden, dass man oft mehrere Prüfungen an einem Tag absolvieren muss. Und 7 Seminararbeiten in vier Wochen sind auch kein Spaß!
So ein Hetz-Studium kann uns nicht auf ein Selbstbestimmtes und vor allem Selbstbewusstes Leben vorbereiten. Endlich steht das auch mal in einer großen Zeitung! Und DIE ZEIT hat sogar mit dem Personalverantwortlichen der Telekom gesprochen. Ergebnis: Der Telekom geht es eher darum die Begabungen der Absolventen herauszufinden, als möglichst junge Studenten einzustellen.
Und es kommt noch besser: Zahlreiche Studien konnten nicht belegen, dass Schnell-Studenten mit weniger Semestern als der Durchschnitt, bessere Karrieren hinlegen, mehr verdienen und tollere Jobs bekommen, als die Normalos unter uns.
Ihr merkt schon: Ein lesenswerter Artikel, der uns allen etwas Mut macht. Schön mal so einen Text zu lesen und nicht den vierhundertneunzigsten Artikel darüber, dass Studenten zu dumm und zu langsam sind und sowieso nur dem Steuerzahler auf der Tasche liegen. Danke ZEIT ONLINE für: Bin ich schon zu alt?