Arbeitszeugnis
Hilfe zu Codes und Formulierung im Arbeitszeugnis oder Praktikumszeugnis
Das Arbeitszeugnis bzw. das Praktikumszeugnis ist ein zentraler Bestandteil der Bewerbungsunterlagen und damit von entscheidender Bedeutung für Berufsfindung und Karriere. Das Arbeitszeugnis dient nicht nur als Nachweis über die Art und Dauer der Tätigkeit sondern auch zur Beurteilung der Persönlichkeit. Für den Arbeitgeber bildet das Arbeitszeugnis eine wichtige Grundlage, um sich ein Bild vom jeweiligen Bewerber zu machen. Um nach dem Studiumauf der Jobsuche erfolgreich zu sein, ist es in vielen Berufsbereichen entscheidend, der Bewerbung ein oder mehrere gute Praktikumszeugnisse beizulegen.
Wichtig: Häufig entscheiden ganz bestimmte Formulierungen darüber, ob ein Bewerber in die engere Auswahl kommt oder nicht. Des halb ist es wichtig, direkt nach Erhalt des Arbeits- oder Praktikumszeugnisses die Inhalte und Formulierungen zu prüfen und gegebenenfalls rechtzeitig gegen unrichtige Bewertungen vorzugehen. Denn bereits eine kleine kritische Bemerkung kann ihre Chancen bei der nächsten Bewerbung drastisch mindern.
Das Arbeitszeugnis wird wichtiger, je länger man im Berufsleben ist. Schul- und Ausbildungszeugnisse treten mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund. Ein hervorragendes Arbeitszeugnis ist demnach in der Lage, mittelmäßige oder gar schlechte Schulnoten auszugleichen. Das wichtigste Arbeitszeugnis ist in der Regel das letzte, was aber nicht bedeutet, dass die anderen zu vernachlässigen sind.Grundsätzlich gelten für Praktikumszeugnisse die gleichen Regeln wie für Arbeitszeugnisse, mit dem Unterschied, dass ein Zeugnis über eine mehrjährige Tätigkeit selbstverständlich ausführlicher sein sollte, als ein Zeugnis über ein mehrwöchiges Praktikum
Arten von Arbeitszeugnissen
das einfache Arbeitszeugnis: bestätigt nur Art und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses
das qualifizierte Arbeitszeugnis: enthält zusätzlich eine Beurteilung der Arbeitsleistung und des Verhaltens. Wer nur ein einfaches Arbeitszeugnis vorlegt, gibt Grund zur Annahme, dass das qualifizierte Arbeitszeugnis zu schlecht ausgefallen ist.
das Zwischenzeugnis: unterscheidet sich vom Endzeugnis nur dadurch, dass das Arbeitverhältnis noch fortbesteht.
Die Sprache im Arbeitszeugnis
Beim ersten, unbefangenen Lesen klingt ein Arbeits- oder Praktikumszeugnis oft recht positiv. Doch hier ist Vorsicht geboten: Denn oft verstecken sich hinter augenscheinlich positiven Formulierungen eher negative Aussagen, verpackt in einem sogenannten Arbeitszeugnis Code. Der Grund hierfür ein eigenes Chiffre der Zeugnissprache, nach dem viele Formulierungen nicht einfach wörtlich zu verstehen sind. Diesen Code sollte man unbedingt kennen.
Wahrheit vor Wohlwollen
Das Gute: Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, dem Angestellten ein wahres und zugleich wohlwollendes Arbeitszeugnis auszustellen. Er muss die Leistungen objektiv bewerten und darf einmalige negative Vorkommnisse nicht überbewerten. Andererseits hat die Wahrheit natürlich Vorrang gegenüber dem Wohlwollen. Denn: Entsteht dem nachfolgenden Arbeitgeber durch ein falsch ausgestelltes Arbeitszeugnis Schaden, so ist der Aussteller des Zeugnisses zum Schadensersatz verpflichtet.
Um allzu negative Formulierungen zu vermeiden und dennoch Nachteiliges mitteilen zu können, haben Personaler den Code der Arbeitszeugnisse entwickelt. Dieser findet natürlich ebenso bei Praktikumszeugnissen Anwendung.
Merke: Eine negative Beurteilung kann auch ohne negative Formulierungen erfolgen.
Die Form des Arbeitszeugnisses
Das Arbeitszeugnis wie auch das Praktikumszeugnis sollten wie bereits angesprochen wahr und wohlwollend sein, daneben sind aber auch folgende Punkte von Bedeutung:
- Vollständigkeit: Es sollte Aussagen zu allen wichtigen Beurteilungspunkten erhalten.
- Es sollte frei sein von Geheimzeichen.
- Der Aufbau muss stimmen.
- Gesamteindruck: Daneben zählt natürlich auch der : Das Arbeitszeugnis sollte frei von orthographischen Fehlern und optisch gut gestaltet sein.
- ordentliche und saubere Form sind zu beachten: keine Schreibfehler, gute Qualität des Papiers etc.
- maschinenschriftliche Erstellung: akzeptieren Sie kein handschriftlich ausgestelltes Zeugnis
- Ausdruck auf Firmenpapier
- Ton: wohlwollende und warme Formulierungen anstatt kühler Distanziertheit
- Unterschrift: vom Arbeitgeber handschriftlich; der Unterschreibende muss immer höherrangig sein
Also: Prüfen Sie zunächst den Gesamteindruck und arbeiten Sie sich dann in die Feinheiten der Formulierungen vor!
Wenn Sie zu den Glücklichen gehören, die sich ihr Arbeitszeugnis oder Praktikumszeugnis selbst schreiben dürfen, dann finden sie in der Rubrik einige interessante Anregungen.

