Studentenstadt Berlin
Berlin – Moloch und Mythos
“Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen wo man geht und steht – aber mir tun alle Menschen leid, die hier nicht leben können!” – Anneliese Bödecker
Zugegeben: Berlin muss man mögen. Eine Stadt, in der sich Honnecker’sche Geschmacklosigkeit mit preußischer Sachlichkeit und urbaner Futurismus mit bröckelndem Zerfall vereint, ist schwerlich als schön zu bezeichnen. Schön ist ein gänzlich falsches Attribut, wenn man über Deutschlands größte Stadt spricht. Rund 3,5 Millionen Menschen leben in diesem dreckigen Moloch und die allermeisten können und mögen sich ein Leben außerhalb der Stadtgrenzen gar nicht vorstellen. Berlin ist ein Lebensgefühl. Oder besser gesagt 3,5 Millionen Lebensgefühle. Hier ist jeder so wie er will – elegant, alternativ, abgerockt, stylisch, normal, bieder, schräg – und niemand stört sich daran. Die, die in der U-Bahn kopfschüttelnd hinterher kucken sind die Touristen.
In Berlin hat jeder hat seine Nische
Weltoffen, liberal, knallebunt, verratzt, pur, vielseitig, brüllendlaut, melancholischleise – das ist Berlin. Eine Stadt, in der Leute in 80er Jahre Klamotten rumlaufen, die in den trendigen Szeneläden im angesagten Bezirk Mitte mehr kosten als die Designerfummel im KaDeWe – dem letzten Wallfahrtsort ganzer Heerscharen westdeutscher Touristen im Pfitzmann – Ku’damm – Gedächtniskirchen – Berlin. Die einst mauergeteilte Stadt ohne Zentrum ist noch längst nicht zusammengewachsen, und das soll sie auch nicht. Ein Stadtmagazin hat neulich eine Berliner Qualität benannt, die wahrscheinlich weltweit ihresgleichen sucht: alle paar Minuten eine anderen Stadt. Jeder der Berliner Bezirke hat eine ganz eigene Atmosphäre, eigene Menschen, Läden, Kneipen. Hier findet jeder seine Nische. Die anachronistischen Punks und Multikulti – Gutmenschen in Kreuzberg, die abgebrannten Studenten in Friedrichshain, die Neubürgerlichen mit Kind im Retrosportwagen im Prenzlauer Berg, die coolen Designer mit krassem Haarschnitt in Mitte, die Schauspieler und Filmproduzenten in Charlottenburg und die Schwulen in Schöneberg. Klischees, Klischees, Klischees: aber auch das ist Berlin, eine Ansammlung von individuellen Stereotypen und stereotypen Individualisten. Gerade deshalb ist es auch sehr einfach in Berlin eine Wg zu finden, da es für jeden Nischentypen eben das passende Angebot gibt.
Und sonst? Superniedrige Mieten, ein Spitzen-U-Bahnnetz, Tausende und Abertausende Kneipen, Restaurants, Bars und Clubs, 24h-Läden, große Theater und schrottige Hinterhofbühnen, puristische Galerien mit Weltruf und trashige Ausstellungskeller, bedeutende Museen und das Brandenburger Tor, Holocaustmahnmal und Potsdamer Platz … die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen. Berlin ist eine wirkliche Weltstadt und in wirklichen Weltstädten gibt es eben alles. Außer Geld.
Berlin heisst Mode, Musik, Medien
Wirtschaftlich ist Berlin nicht gerade ein Mekka für Großinvestoren, dennoch haben viele Firmen der Symbolträchtigkeit wegen hier ihren Stammsitz: die Deutsche Bahn zum Beispiel (Berlins größter Arbeitgeber) oder die ‚Firma’ Bundesregierung mit samt ein paar Ministerien. Die Medien- und Musikbranche ist genau so gerne in Berlin (Universal, Sony, MTV) wie die vielfältige Modeszene, darüber hinaus zählen Wirtschaftsgrößen wie etwa Siemens oder die Telekom zu den wichtigsten Arbeitgebern der Hauptstadt.
Vier große Universitäten (die Freie Universität (FU), die technische Universität (TU) die Humboldt Universität (HU) und die Universität der Künste (UDK)) mit einem nahezu flächendeckenden Angebot an Studienfächern machen Berlin zu einem der wichtigsten Bildungs- und Forschungsstandorte Deutschlands. Hinzu kommen zahlreiche Akademien und Fachhochschulen. Und Studieren ist wahrscheinlich nirgends in Deutschland so günstig wie hier. Auch das ist ein Grund für die permanente Zuwanderung junger Menschen – die Wahrscheinlichkeit jemanden kennen zu lernen, der wirklich hier geboren ist, strebt bei den unter 30-Jährigen gegen Null.
Der Mythos Berlin zieht Menschen aus aller Welt an – wohl kaum eine andere deutsche Stadt ist so international. Sogar ein englischsprachiges Stadtmagazin gibt es hier. Merkwürdigerweise heißt es ‚Exberliner’ – als ob irgendjemand freiwillig hier wegziehen würde! Berlin ist wohl unter den deutschen Studentenstädten eine der beliebtesten.
Hier stellen wir weitere deutsche Studentenstädte vor:
Dortmund
Studentenstadt Dortmund
Stahl, Kohle und Bier haben Dortmund groß gemacht – Dortmund ist Fussballhochburg heute als größte Stadt Westfalens im Umbruch – wie das ganze Ruhrgebiet.
Hamburg
Studentenstadt Hamburg
Hamburg hat mehr Brücken als Venedig und Amsterdam zusammen, gehört zu den Städten mit den meisten Konsulaten und Hamburg bezeichnet sich zurecht als deutsche Weltstadt.
Frankfurt
Studentenstadt Frankfurt
Mainhatten mit seinen Wolkenkratzern und Türmen der Geldwirtschaft gilt als finanzielles Zentrum Europas. Doch auch für Studenten bietet Frankfurt ein interessantes Pflaster
Bremen
Studentenstadt Bremen
In Bremen treffen 1200 jährige Hansegeschichte und modernes Großstadttum aufeinander. Nicht nur Deutschlands beste Mensa macht das Studieren in Bremen zu einem Vergnügen.

