Studentenstadt Essen
Essen – Kulturhauptstadt im Pott
Der Ruhrpott gilt nicht gerade als attraktivste Ecke Deutschlands, dennoch ist Essen, 2010 Kulturhauptstadt Europas, überraschend anders, als man sich eine Industriestadt vorstellt.
Wer Essen hört denkt an Stahl. Krupp – Stahl. Doch dazu später, denn auch wenn Essen nicht gerade ein Touristenmekka ist, hat die Stadt nördlich der Ruhr und gelegen im Herzen des am dichtesten besiedelnden Fleckchen Deutschlands, dem Ruhrgebiet, mehr zu bieten als Großindustrie. Essen gehört mit über 500 000 Einwohnern zu den zehn größten Städten Deutschlands. Die Geschichte der Stadt weist mit über 1 000 Jahren weitaus weiter in die Vergangenheit zurück als vielerorts vermutet. Richtig los ging es allerdings erst im 19. Jahrhundert mit der Entdeckung umfangreicher Steinkohlevorkommen. Essen ist untrennbar mit der Industrialisierung Deutschlands verknüpft. Und so ist auch Essens Weltkulturerbe Sinnbild eines beispiellosen industriellen Aufstiegs: die Zeche Zollverein mit ihren charakteristischen Fördertürmen, gerne auch mal als Eifeltürme des Potts bezeichnet. Nun, Paris und Essen mögen nicht viel gemeinsam haben, aber, und dafür spricht die Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas, Essen hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt nunmehr seit einigen Jahren auf eine Umstrukturierung von der Industriemetropole zum Dienstleistungsstandort, von der Arbeiterstadt zur Kulturstadt. Und kulturell geht hier in der Tat Einiges.
Kultur in Industriedenkmälern
In besagter Zeche Zollverein hat sich das Designzentrum Nordrhein Westfalen einquartiert, als Kulturstätte für Events, Ausstellungen und modernes (Tanz-) Theater fungiert der ehemalige Industriekomplex als spannendes kulturelles Experimentierfeld. Eine weitere Zeche, die Zeche Carl in Altenessen, hat sich darüber hinaus zur kultigen Konzertlocation (Jazz, Rock, Funk, Punk) entwickelt. Essen bietet ein breites Angebot für Musik- und Theaterliebhaber. Ob Oper (Aaltotheater) oder Sprechtheater (Grillotheater), Musical (Colosseum) oder Variete (GOP). Essen hat eigene Philharmoniker und mit dem legendären Folkwangmuseum eine Pilgerstätte für Kunstliebhaber aus ganz Europa. Dazu gesellt sich mit der Villa Hügel ein weiterer Ausstellungsort, der, untergebracht in einem der (dereinst) größten privaten Wohnhäuser Deutschlands – natürlich dem der Familie Krupp -, nicht nur durch die Sammlung überzeugt, sondern auch durch die beeindruckende Location samt großer Parkanlage.
Graun statt grau – Essen hat viel Natur
Überhaupt ist Essen weitaus grüner und naturverbundener als man das von einer Industriestadt erwarten würde. Der Grugapark inmitten der Stadt gehört zu den größten und schönsten städtischen Parkanlagen Deutschlands. Und mit dem Baldeneysee hat Essen in nächster Nähe ein Naherholungsgebiet, das mit seinen Biergärten und Wäldern so gar nicht nach dreckigem Ruhrpott aussieht.
Zugegeben, die ganz großen Zeiten von Krupp sind lange vorbei, dennoch hinterlässt mit Thyssen-Krupp und anderen Tochterunternehmen noch immer die bekannteste Familie der Stadt ihre Spuren in Essen. Konzernzentralen von Energieriesen wie E-ON oder RWE, von Marktführern wie Aldi-Nord oder KarstadtQuelle sind ebenso in Essen ansässig wie der Schuhmagnat Deichmann. Größter Arbeitgeber allerdings, und das mag überraschen, ist die Medizin. Rund 40.000 Menschen arbeiten in der Essener Gesundheitswirtschaft.
Eine richtige Studentenstadt ist Essen nicht unbedingt, im Jahr 2003 hat sich die Universität mit der von Duisburg zusammengeschlossen. Darüber hinaus beherbergt Essen seit 1993 die FOM, die Fachhochschule für Ökonomie und Management. Ganz frisch und neu ist die Zollverein-School of Design and Management. Die bekannteste und wichtigste Hochschule der Stadt aber hat sich der schönen Künste verschrieben. Die Folkwang Hochschule im Essener Stadtteil Werden gehört zu den renommiertesten staatlichen Schauspiel-, Musik- und Tanzschulen der Bundesrepublik.
Essen, einst Industriemetropole, ist im Wandel. Und mit ihr die ganze Region Ruhrgebiet. Eine Stadt im Aufbruch – von der Industrialisierung hin zur zeitgenössischen Kultur.
Hier stellen wir weitere deutsche Studentenstädte vor:
Dortmund
Studentenstadt Dortmund
Stahl, Kohle und Bier haben Dortmund groß gemacht – heute ist die größte Stadt Westfalens im Umbruch – wie das ganze Ruhrgebiet. Als Fusball Hochburg ist Dortmund nicht wegzudenken.
Berlin
Studentenstadt Berlin
Hamburg hat mehr Brücken als Venedig und Amsterdam zusammen, gehört zu den Städten mit den meisten Konsulaten und Hamburg bezeichnet sich zurecht als deutsche Weltstadt.
Frankfurt
Studentenstadt Frankfurt
Mainhatten mit seinen Wolkenkratzern und Türmen der Geldwirtschaft gilt als finanzielles Zentrum Europas. Doch auch für Studenten bietet Frankfurt ein interessantes Pflaster
Bremen
Studentenstadt Bremen
In Bremen treffen 1200 jährige Hansegeschichte und modernes Großstadttum aufeinander. Nicht nur Deutschlands beste Mensa macht das Studieren in Bremen zu einem Vergnügen.

