17. May 2012

Ist Sport doch Mord?

Ein jeder Studi hat bestimmt schonmal rein geschnuppert und sei es auch nur online, um sich ein Bild der bestehenden Möglichkeiten zu machen. Wovon ich rede? Über den guten, alten Hochschulsport. So bietet ,nur um ein Beispiel zu nennen, die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt von Aerobic über Rugby bis hin zur Zen-Meditation eine Vielzahl von Sportarten an. Nach einer Studie des Gütersloher Centrums für Hochschulentwicklung nehmen dieses Angebot jedoch nur ca. 21 Prozent der Studis wahr. Woran das liegt? Viele gehen lieber ins Fitnessstudio, da dieses besser ausgestattet sei, als die meist veralteten oder karg ausgestatteten Hochschuleinrichtungen. Ein weiterer Grund sind die fest gesetzten Sportzeiten, da diese meistens nicht in den Zeitplan passen und manche haben dank eines übervollen Studenplans gar kein Zeitfenster für den Sport übrig. Auch hier bieten viele Fitnessstudios den Vorteil 24 Stunden geöffnet zu sein. Erschreckend ist auch, dass nur 29 Prozent der Studis den Hochschulsport überhaupt schon einmal ausprobiert haben. Dabei ist das Sportangebot der Unis meist nicht zu verachten und vor Allem um einiges kostengünstiger, als Fitnessstudios oder freie Sportkurse. In den Bundesländern, in denen Studiengebühren verlangt werden, sollte man aus diesem Grunde und wie ich finde in Erwägung ziehen einen kleinen Teil des Geldes in den Hochschulsport zu stecken, um diesen attraktiver zu machen und so der Gesundheit von Studenten etwas Gutes zu tun.

Geld-Zurück-Garantie nur Augenwischerei?

Der Innovationsminister NRWs Andreas Pinkwart hat Studenten dieses Bundeslandes eine Geld-Zurück-Garantie versprochen, sollten sich Studienbedingungen an einer der Hochschulen in NRW als schlecht erweisen. Sprich, jeder Student hat die Möglichkeit sich über Bedingungen und sei es nur das Mensaessen an seiner Uni zu beschweren, der Fall wird geprüft und am Ende sollte es dann die Studiengebühr zurück geben. 134 Studenten machten von dieser Garantie tatsächlich Gebrauch und beschwerten sich bei der Prüfungskommission, die neben einem externen Vorsitzenden zu gleichen Teilen aus Studenten und Hochschulmitarbeitern besteht, ihrer Hochschule und ganze 25 bekamen die Gebühr zurück erstattet. Doch an den Unis, an denen die meisten Beschwerden eingingen, nämlich Dortmund und Duisburg-Essen bekam keiner der Studis Recht, denn nach der Pressesprecherin der Uni Duisburg-Essen konnten alle Misstände beseitigt werden. Der Asta-Sprecher der selben Uni vertritt die Meinung, es sei für Studenten sowieso schwer schlechte Studienvoraussetzungen zu beweisen, auch wenn diese existieren. Eine Meinung, die ich teile, da der Hochschulverwaltungsapparat einfach am längeren Hebel sitzt. Ursprünglich wurde dieses Konzept ins Leben gerufen, damit die ewigen Debatten um die Studiengebühren nicht immer vor Gericht sondern intern geregelt werden können, was den Verdacht der Augenwischerei durchaus bestätigt, da es so im Endeffekt eine bequeme Lösung für NRWs Hochschulen ist, denn Studis können nichts wirklich beweisen und so sind die Unis klar im Vorteil, sie können jedoch auf diese Garantie im Sinne von Kooperation verweisen. Nun, da heißt es wohl abwarten und Tee trinken und schauen wie das mit den Beschwerden nach dem nächsten Semester abläuft, bevor ein endgültiges Urteil möglich ist.